Personal Branding funktioniert nicht!

24. September 2019

Seit mehr als fünf Jahren arbeite ich intensiv mit Personal Branding, berate Persönlichkeiten und Unternehmen, schreibe darüber, halte Vorträge und Workshops. Genauso lange bekämpfe ich Vorurteile gegenüber Personal Branding und entkräfte sie. Hier meine Top Ten:

Personal Branding ist nur für Selbstdarsteller.

Heiko Müller

In gewisser Weise hat Herr Müller recht. Selbstdarstellung ist Personal Branding. Die Kunst besteht allerdings darin, nicht als „Selbstdarsteller“ im Sinne des Aufschneiders (höher, schneller, weiter…) zu wirken, sondern kompetent, sympathisch und authentisch. Das funktioniert, wenn man gemäß seiner Markenkernwerte kommuniziert.

Personal Branding ist ein Trick.

Markus Feldmann

In der Tat werde ich oft nach einem Trick gefragt in der Hoffnung, dass man kaum aktiv werden muss und trotzdem bekannt wird und Aufträge bekommt. Leider ist Personal Branding kein Trick. Es ist harte Arbeit, die permanent erbracht werden muss. Aber keine Angst – so schlimm ist es auch nicht. Nach kurzer Zeit ist es Gewohnheit und fügt sich gut ins Tagesgeschäft ein. Außerdem beginnt es schnell, Spaß zu machen.

Ich möchte mich nur mit Medien beschäftigen, die mir liegen.

Friderike Gold

Tja, was einem selbst liegt, ist nicht immer das Richtige. Denn wenn wir Selbstvermarktung für uns betreiben, dann sollten es die richtigen Leute sehen. Also kommt es primär darauf an, welche Kommunikationsgewohnheiten Ihre Zielgruppe hat. Da wo sie sich kommunikativ aufhalten sollten Sie mit unserer Kompetenz sichtbar sein. Wenn das mit den eigenen Lieblingsmedien passt – bingo! Wenn nicht, dann machen Sie relevante Zielgruppen-Medien zu Ihren Lieblingsmedien.

Wenn ich detailliert beschreibe, was ich mache, kupfern das nur andere ab.

Frank Geldermann

Wir haben als Persönlichkeiten nur wenige Möglichkeiten, andere von unserer Expertise und Können zu überzeugen. Die Beste ist meiner Meinung nach, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Ich selbst beschreibe gerne und oft, wie ich arbeite, was ich mit meinen Persönlichkeiten in der Beratung bespreche und wie ich über Personal Branding denke. Wer mich live noch nie erlebt hat, erhält so den besten Eindruck von mir als Experte und wird mich als solcher wahrnehmen. Wer sich durch meine Methodiken und Artikel inspirieren lässt und sie kopiert – gerne. Für mich ist das eine Anerkennung, über die ich mich freue. Deshalb wird mir der/die Kollegin nicht gefährlich, weil er/sie weder mein Wissen, noch meinen Marketing-Background und Erfahrungsschatz hat. Also – nur zu.

Personal Branding ist nichts für Introvertierte.

Isabelle Amika

Vermutlich tun sich introvertierte Persönlichkeiten in der Kommunikation etwas schwerer als ich beispielsweise. Trotzdem ist es kein Hinderungsgrund, sich nicht selbst zu präsentieren. Denn die Business-Welt besteht nicht nur aus „Hans Dampf in allen Gassen“-Typen, sondern auch aus vielen ruhigeren Menschen.

Gerade die haben oft viel mehr Tiefgang, argumentieren überlegter. Sie sind gute Zuhörer, sind meist sehr zuverlässig und pflegen vertrauliche Beziehungen (um nur ein paar Vorzüge zu nennen). Wer sich etwas intensiver mit introvertierten Menschen auseinandersetzen möchte, findet bei Jochen Mai einen guten Artikel darüber.

Falls Sie also mehr zu dieser Gruppe gehören, dann fassen Sie den Mut und zeigen sich medial. Ich bin sicher, Sie werden großen Zuspruch von den richtigen Menschen bekommen.

Über Personal Branding muss man selbst nichts wissen, wenn man eine gute Agentur oder Beratung hat.

Anja Ambros

Ich habe lange genug in Agenturen gearbeitet und weiß, wie die Kollegen arbeiten. Wenn Abhänigkeiten zwischen Dienstleister und Kunde geschaffen werden, ist das eine Zeit lang für beide Partner ok. Aber spätestens wenn sich die Persönlichkeit umorientieren möchte, gibt es Probleme. Außerdem wäre es ein komplett falscher Ansatz, das eigene Personal Branding ausschließlich in fremde Hände zu geben. Denn es geht um das Wichtigste, das Sie besitzen: Ihre Glaubwürdigkeit, Ihre Expertise, Ihr guter Ruf.

Natürlich ist ein guter Dienstleister wichtig und sinnvoll – aber nur als Befähigung der eigenen Kompetenz. Sie müssen am Ende selbst wissen, wie es geht, worauf es ankommt und wie Sie Ihre Kommunikation umsetzen.

So arbeite ich mit meinen Kunden. Ich gehe immer davon aus, dass die Persönlichkeit nach unserer Zusammenarbeit alles selbst im Griff hat. Sollte ich für weitere Projekte oder Umsetzungen gebucht werden, freut mich das. Aber eben immer unter der Regie der Persönlichkeit.

Personal Branding funktioniert nicht. Ich habe es probiert.

Manfred Thelemann

Das höre ich leider häufig. Die Kausalkette ist meist: begeistert mit einem Halbwissen beginnen, ein paar Wochen durchhalten und wenn in der Zeit nichts außergewöhnliches passiert, dann war das Personal Branding für die Katz.

So funktioniert das jedoch nicht. Denn Personal Branding ist kein Sprint. Es ist ein Marathon, den man durchstehen muss.

Ich habe gefühlt monatelang mit mir selbst auf meinem Blog und in den sozialen Medien kommuniziert – bis ich die ersten Feedbacks bekam. Da muss jeder durch und lernt viel über die eigene Kommunikation und darüber, was wie funktioniert. Ich selbst bin immer noch jeden Tag am lernen und ausprobieren.

Personal Branding ist etwas, das uns unser Berufsleben lange begleiten wird. Es sei denn, es gibt einmal etwas besseres.

Ich unterstütze Personal Branding für meine Mitarbeiter nicht. Die werden dann nur abgeworben.

Dr. Stefan Kunz

Wer als Intrapreneur innerhalb einer Orgaisation ein Thema hat, für das er (oder sie) brennt, wird sich sowieso intensiv damit in der Öffentlichkeit auseinander setzen. Heutzutage ist es zum Glück kein Problem, eigene, starke Medien aufzubauen und sich mit anderen Experten auf Augenhöhe auszutauschen. Auch außerhalb des Unternehmens. Also macht eine Verhinderungsstrategie durch den Chef wenig Sinn.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Wer sich als Personal Brand zeigt, der hilft auch dem Unternehmen in seiner Wahrnehmung. Das nennen wir Markenbotschafter, Brand Ambassador oder Employee Branding.

Dem Unternehmer hilft das beispielsweise beim Recuiting und natürlich auch in der fachlichen Diskussion. Deshalb habe ich schon einige Aufträge direkt vom Chef oder aus der HR-Abteilung von Unternehmen bekommen, mit einzelnen Persönlichkeiten zu arbeiten.

By the way – Mitarbeiter verlassen ein Unternehmen hauptsächlich wegen ihrer Vorgesetzten. Nicht, weil sie anderswo ein paar Euro mehr bekommen. Ein Intrapreneur, der mit seinem Herzthema unterstützt wird, geht nicht sondern agiert aktiv für das Unternehmen. Das ist ein großes Potenzial.

Für Personal Branding bin ich zu alt.

Manfred Klingel

Dieses Vorurteil höre ich sogar von Leuten, die deutlich jünger sind als ich. Wer nicht kurz vor dem Ruhestand steht (und in diesem nichts mit seinem bisherigen Job zu tun haben möchte), kann es tatsächlich sein lassen.

Wer aber 50+ ist, hat noch einige Jahre vor sich und lebt in einer Zeit, die kommunikativ so schnell und innovativ wurde, dass dies oft eine große Hürde ist.

Schaue ich mir die Lebensläufe meiner Generation (Babyboomer) an, dann sehe ich eine Menge Erfahrung, viel Fachwissen, hohe Kompetenz … aber oft kaum aktuelle Fortbildungen. Das ist ein Problem, denn heute funktioniert es nicht mehr, sich nur mit seinem Beruf zu beschäftigen.

Social Media hat vieles grundlegend verändert und wer sich nicht auskennt, lehnt alles damit zusammen hängende ab. Aber wir brauchen Social Media, um uns zu zeigen und möglicherweise auch für neue Arbeitgeber interessant zu machen. Personal Branding hilft hier ausgezeichnet.

Wer nicht mehr durchblickt im Medien-Jungle und nichts von Personal Branding versteht, darf sich gerne Unterstützung durch Experten holen. Ich stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ich schreibe nie etwas persönliches. Ich möchte ja nicht, dass andere so viel über mich erfahren.

Sabine Abernom

Wer eine gute Fachexpertise hat und sich damit als Experte positioniert, liegt schon einmal nicht falsch. So richtig gut wird es aber, wenn wir noch einen Eindruck von uns selbst, also unserer Persönlichkeit, vermitteln. Denn wir verkaufen immer beides: uns als Experten/in und uns als Typ.

Deshalb ist für mich die eigene Marke, also die Persönlichkeit, das A und O. Damit beginne ich meist die Zusammenarbeit mit meinen Kunden. Davon bin ich fest überzeugt: Nur wer seine eigene Marke kennt und sie beschreiben kann, wird im eigenen Personal Branding erfolgreich sein.

Alles was über meine Persönlichkeit als Stephan Raif im Internet zu finden ist, habe ich irgendwann einmal wohlüberlegt eingebracht. Denn ich möchte einen bestimmten Eindruck bei den Menschen entstehen lassen, die nach mir suchen. Und das klappte bisher ausgezeichet.

Fühlen Sie sich ertappt?

Falls Sie eines oder mehrere der oben beschriebenen Voruteile selbst hegen, dann denken Sie doch nochmals darüber nach. Gerne im Austausch mit mir!

Es gibt noch eine Menge mehr Vorurteile, die ich nicht beschrieben habe. Wer eines kennt, darf sich ebenfalls gerne rühren. Hier unter dem Artikel oder direkt bei mir.

Allen Namen sind frei erfunden, die Zitate nicht. Die Bilder sind Public Domain und brauchen keinen Bildnachweis.

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