Personal Branding für Geschäftsführer?

31. Januar 2020

Ich war lange Jahre Geschäftsführer einer Agentur. Als ich es wurde, dachte ich – geschafft! Ein tolles Gefühl. Jetzt aktiv gestalten und die Agentur nach vorne bringen.

Das habe ich auch nach Kräften gemacht und doch recht schnell erkannt, dass ich Austausch brauche. Anders als bisher. Denn der gewohnte Austausch verändert sich nach der „Intronisierung“ innerhalb des Kollegen- und Mitarbeiterkreises schnell. Selbst das berufliche Umfeld suggestiert durch einen C-Level Job, dass man „ganz oben“ ist und vielleicht sogar alles besser weiß.

Personal Branding fördert die Kommunikation

Gerade deshalb ist es ein Segen, dass es seit ein paar Jahren Personal Branding gibt. Denn durch diese werteorientierte Kommunikation über seine persönlichen Themen und sich selbst fallen die Barrieren. Wer heute Führungsaufgaben übernimmt, der braucht einen anderen Zugang zu den Menschen. Der gelingt besser, wenn man etwas von sich und seinem Expertentum erzählt.

Dabei empfiehlt sich ein Themenmix aus fachlicher Expertise,  Branchen-Visionen und auch ein paar ausgesuchte, persönliche Informationen. Ob überhaupt und wieviel Privates, entscheidet die Persönlichkeit ganz individuell. Wer sein Privatleben komplett raushalten will – klar, kein Problem. Wer jedoch beispielsweise über eigene Hobbys, Urlaube oder vielleicht sogar Familie erzählt, öffnet schneller die Herzen.

Aber warum eigentlich? Das hat doch nichts mit Führungsaufgaben zu tun.

Weit gefehlt, liebe Kolleg:innen. Wir brauchen Unterstützung innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Die gewinnen wir in erster Linie durch Kommunikation und durchs Geben. Bei Personal Branding geben wir Informationen über uns preis. Das schafft Nähe und Anknüpfpunkte für andere. Egal ob das Mitarbeiter oder Fachleute innerhalb bzw. außerhalb des Unternehmens sind.

Erinnern Sie sich an Ihre ersten Jahre im Beruf. Wie groß war die Überwindung für Sie, ein lockeres Gespräch mit Ihrem Chef oder gar Chef-Chef zu führen? Und wie authentisch blieben Sie dabei?

Oder bei der Community-Bildung: Wer heute die Chancen von Communities nicht erkennt (z.B. via LinkedIn oder auch durch echte Begegnungen), verpasst den Anschluss an seine Zukunft. Durch andere, die in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu uns stehen, bekommt man offene, ehrliche Meinungen und erfährt eine Menge rund um die eigene Branche und den Beruf. Das ist unbezahlbar.

Dabei darf man auf die Hilfsbereitschaft der Community-Mitglieder zählen. Man muss sie sich nur verdienen –  beispielsweise durch Personal Branding.

Für Personal Branding werde ich nicht bezahlt

Stimmt. Und stimmt nicht. Als Führungspersönlichkeit wird von Ihnen Entwicklung erwartet. Die Entwicklung betrifft auch die eigene Person, die dann das Unternehmen nach vorne bringen soll. Eine starke Persönlichkeit mit gutem Netzwerk besitzt einen Abstrahleffekt auf das Unternehmen. Sie zieht andere Experten und Mitarbeiter an und motiviert die eigene Mannschaft.

Von dem abgesehen ist der nötige Aufwand zeitlich gesehen nicht sehr hoch. Vieles kann erledigt werden, während man sowieso Leerlauf hat, z.B. auf dem Flughafen, im Zug, im Taxi oder beim Espresso nach dem Lunch. Manches davon kann sogar delegiert werden. Ist man einmal „drin“, so wird die Kommunikationsarbeit in punkto Personal Branding eine liebe Angewohnheit.

Wollen Sie das ausprobieren?

Wie überall ist der erste Schritt der wichtigste. Richten Sie Ihren Blick einfach mal auf Ihre öffentliche Präsenz. Googlen Sie sich und stellen Sie fest, was wer über Sie schreibt. Checken Sie Ihre Profile in den sozialen Medien: Ist das Profilbild aktuell? Sind die dort bereits vorhandenen Informationen aussagekräftig und attraktiv? Die Darstellung des eigenen Lebenslaufes übrigens ist furchtbar langweilig. Also ergänzen Sie, korrigieren Sie, fügen Sie an. Beurteilen Sie Ihre Präsenz mit den Augen anderer und überlegen Sie, ob diese Person für Sie interessant wäre.

Mittlerweile gibt es ein wenig Litaratur zu Personal Branding. Hier möchte ich keine Empfehlung aussprechen, weil jeder Experte seinen eigenen Ansatz hat. Schauen Sie einfach mal durch, ob Ihnen eines der angebotenen Bücher zusagt und schauen Sie rein.

Und holen Sie sich Hilfe. Die bekommen Sie beispielsweise über besagte Communties oder wer wenig Zeit hat und einen guten Start wünscht – suchen Sie sich einen Experten, der Sie unterstützt.

Mein Ansatz: Das „Branding“ in Personal Branding

Ich kenne die Kraft von Marken, da ich viele Jahre Markenkommunikation betrieben habe. Deshalb beginne ich bei meinen Persönlichkeiten mit der Markenarbeit. Zunächst erarbeiten wir die Markenbeschreibung der Persönlichkeit. Die Marke hilft dabei, die eigene Kommunikation zu steuern: im Design, in der Bilderwelt, in den Formulierungen, in den Themen etc. Danach folgt das Vermarktungskonzept, das die Zielgruppen, die Medien und die Themen umfasst.

Dann heißt es: Einfach machen und dranbleiben.

 

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