Es gibt keine Work-Live-Balance. Es gibt nur Life.

3. November 2020

Die Work-Life-Balance strebt den Einklang zwischen arbeiten und leben an, doch trennt (schon begrifflich) beides. Das ist Unsinn. Oder lebt man während der Arbeit nicht?

Deshalb habe ich den Begriff Work-Life-Balance abgeschafft und rede nur vom Leben. Dazu gehört zumindest für mich auch arbeiten dazu. Doch durch die „Leben-Brille“ betrachtet, integriere ich meine Arbeit mehr in mein Leben als wenn ich sie komplett abtrenne.

Das übrigens ist ein Diskussionspunkt mit meinen Persönlichkeiten während der Personal Branding Entwicklung. Oft sogar schon in den Vorgesprächen. Denn im Grunde wollen alle meine Kunden das selbe – sie wollen ein besseres Leben MIT ihrer Arbeit als vorher.

Als ich mich 2011 selbständig gemacht habe, hatte ich einen Vorsatz: keine Axxxxlöcher mehr. Nicht, dass ich vorher viele von ihnen um mich herum hatte. Doch es gab immer Situationen mit Menschen, die mir definitiv nicht gut taten und nur aufgrund ihres Kunden- oder Vorgesetztenstatus Einfluss auf mein Leben und mein Befinden hatten. Das wollte ich rigoros abstellen – und habe es geschafft.

Kunden- und Kollegenauswahl durch Personal Branding

Heute umgebe ich mich nur noch mit Leuten, die ich schätze. Das wirkt sich vollkommen auf mein Wohlbefinden aus und natürlich auch auf meine Arbeitsergebnisse. Für geschätzte Kunden und Kollegen strenge ich mich mehr an, als für Leute, die mir völlig unsympathisch sind. Das klingt nicht besonders professionell – doch Hand aufs Herz. Das ist so.

Wie das funktioniert? Durch die Signale, die ich via Personal Branding aussende. Menschen, die sich mit mir durch meine Kommunikation eschäftigen, erhalten einen Eindruck von meiner Persönlichkeit. Sie erfühlen, wie ich ticke. Das gefällt ihnen oder interessiert sie nicht weiter. Dementsprechend reagieren sie, melden sich bei Bedarf oder gehen einfach weiter.

Gute Beziehungen zu den Menschen, mit denen ich mich intensiv beschäftige, wirkt sich auf ein gutes Leben für mich aus. Life eben – nicht Work-Life.

 

Mehr „Life“ durch Personal Branding?

Ja, ist möglich. Denn durch Personal Branding wird die eigene Expertise zusammen mit der eigenen Persönlichkeit kommuniziert. Es ist kommunikativ ein großer Unterschied, ob wir nur Fakten und Argumente auflisten oder die wichtigsten heraus greifen und sie in eine möglichst selbst erlebte Story einbetten. Storytelling nennt man das heute – gab es früher natürlich auch. Nur nicht mit einem so schicken Begriff.

Denn es passiert dann folgendes: Leser, Zuschauer oder Hörer der Botschaft entwickeln sehr schnell ein Gefühl für die Persönlichkeit des Senders. Man schätzt den/die andere:n ein, was rein archaisch bedingt in uns vorhanden ist. Denn durch die schnelle, persönliche Einschätzung des Gegenübers erkennen wir schnell Freund oder Feind, beziehungsweise heute – liegt mir oder liegt mir nicht.

Ich erlebe immer wieder, dass meine Kunden mir während unserer Zusammenarbeit folgendes sinngemäßes Feedback geben: „Schön, dass ich Sie gefunden habe. Die Zusammenarbeit mit Ihnen funktioniert so, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Bingo!

Nicht jeder hat eine selbstbestimmte Tages- und Arbeitsgestaltung. „Life“ funktioniert trotzdem.

Ich bin selbständig und deshalb Herr meiner Zeit und vor allem, was ich mit wem tun möchte. Soweit die Theorie. Tatsächlich bin ich auch Zwängen unterworfen, die bestimmte Handlungsweisen von mir erfordern.

Denn ich muss auch Geld verdienen, muss mich ständig weiterbilden (viel mehr als früher), muss sowohl meine Altersabsicherung, Gesundheitsfürsorge oder Steuerbescheide selbst organisieren. Das war als Angestellter einfacher. Das Geld kam monatlich und ich konnte mit einer gewissen Summe rechnen. Außerdem gab es für vieles Automatismen und ich musste mich nicht eingehend damit beschäftigen.

Ich mache das gerne, weil ich auf der anderen Seite alleine entscheiden kann, war ich mache, wohin ich gehe und was ich umsetze. Das ist als Angestellter nicht in dieser Freiheit möglich.

Doch den Life-Begriff hatte ich schon vor vielen Jahren für mich gefunden. Ich habe mir meine Arbeit und mein Leben miteinander vernetzt. Ich schaute nicht auf die Uhr, wenn ich viel zu tun hatte – ich erledigte einfach meine Aufgaben, auch wenn es spät wurde. Das hat mich nicht gestresst, weil ich nicht pünktlich um xx Uhr fertig sein musste/wollte.

Ich habe mir mein Büro für mich angenehm gestaltet. Das ging sogar so weit, dass ich mir meine Bürostühle selbst gekauft habe, weil mir die zur Verfügung gestellten Stühle nicht gepasst haben.

Es stand eine kleine Stereoanlage in der Ecke, die ich gegen später laufen ließ und mich so entspannt habe.

Am Wochenende oder im Urlaub habe ich kurz in die Mails gesehen oder auf das Smartphone geblickt. So konnte ich sofort mit kleinem Aufwand die Dinge am Laufen halten und war nicht ständig mit der Verteidigung meiner Freizeit beschäftigt.

Dies und vieles mehr sorgte dafür, dass ich mich (meistens!) im Büro wohl gefühlt habe und dort ein „Leben“ hatte. Trotz vieler Arbeit und vieler branchenbedingten üblichen Überstunden (Werbeagenturen).

Manche meiner Kunden auf Industrieseite habe das ähnlich gemacht. Ich hatte Kunden, die eine eigene Kaffee- oder Teemaschine im Büro hatten, ein Sofa (wenn genug Platz war) oder sogar eine Carrera Rennbahn. Ihre Chefs haben das mitgemacht, weil sie festgestellt haben, dass der/die Mitarbeiter:in motiviert waren.

Überlegen Sie mal, wie Sie mehr „Life“ in Ihr Büro bringen können.

 

Es gibt für „Life“ sogar einen Fachbegriff: Work-Life-Blending

Was ich mit Life meine, heißt in der Fachwelt Work-Life-Blending. Damit ist eine Vermischung zwischen Berufs- und Privatleben gemeint. Was wusste ich auch nicht – eine wertgeschätzte Dame aus meinem Netzwerk hat mich darauf hingewiesen.

Googlen Sie mal diesen Begriff und machen Sie sich ein eigenes Bild davon, in wie fern das auch für Sie sinnvoll sein kann.

So wie sich unsere digitale Kommunikationstechnik entwickelt hat, sind wir sowieso theoretisch 24/7 auf Empfang. Es sei denn, wir entscheiden uns bewusst dagegen und kapseln uns in unserer Freizeit von allen Arbeitsthemen ab. Das ist völlig ok und darf jede:r so handhaben, wie es ihm oder ihr gut tut.

Auch die immer beliebtere Arbeitsmethode „New Work“ zielt genau darauf ab: die Vereinbarkeit zwischen dem Privat- und dem Berufsleben. Vieles fließt ineinander mit allen Chancen und Risiken.

Ich selbst habe 2014 an einem großen Projekt der Deutschen Bahn mitgearbeitet, das „Flex @ Work“ heißt. Der Grundgedanke ist es, zu arbeiten wann und wo der Mitarbeiter möchte. Bei dieser Arbeitsweise gibt es eine Menge Freiraum, der aber auch Selbstdisziplin und eine neue Form der Führung erfordert. Die Bahn bietet das jeder Abteilung mit Büro-Arbeitsplätzen an. Wie sehr sich die einzelnen Abteilungen ihr „Flex @ Work“ gestalten, dürfen sie selbst entscheiden.

Auch andere Unternehmen machen das längst und durch Corona ist es zwangsläufig so, dass möglichst viele möglichst lange zuhause arbeiten. Wo vorher viel diskutiert wurde, wird jetzt zwangsläufig gemacht. Wie gesagt – mit allen Vor- und Nachteilen.

Lassen Sie mehr „Life“ zu

Ein guter Schritt, das zu schaffen, besteht durch Persönlichkeitsarbeit. Das machen wir immer, wenn wir eine Markenbeschreibung einer Persönlichkeit erarbeiten. Denn eine facettenreiche Persönlichkeit, die jeder von uns ist, auf einer Seite treffend zu beschreiben inklusive einer Positionierung, eines visionären Ziels und einer Story hilft uns, unsere Persönlichkeit besser einschätzen und vor allem einsetzten zu können.

Interesse? Dann melden Sie sich gerne bei mir.

 

Fotos: Linkedin Sales Navigator on unsplash.com




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