Die markenbasierte Methode der Selbstvermarktung

27. Dezember 2019

Personal Branding – mittlerweile beinahe schon ein Buzzword in der Marketing- und Influencer-Szene. Was bedeutet das eigentlich? Und was hat das Personal Branding mit der Markenbildung gemeinsam, wie wir es aus der Werbung kennen?

Stephan Raif

Seit gut fünf Jahren arbeite ich als Personal Branding Experte. Als ich damit begann, musste ich allen erklären, was das überhaupt ist. Heute werde ich mehr danach gefragt, wie Personal Branding geht und was es bringt. Die Wahrnehmung für diesen speziellen Trainings- und Coachingbereich hat sich verändert. Aus dem Nischenangebot ist ein begehrtes „Produkt“ geworden. Viele Mitarbeiter, Entscheider und Selbständige sehen darin die Möglichkeit, sich besser und erfolgreicher vermarkten zu können. Die sozialen Medien ermöglichen bei professionellem Einsatz eine gute, reichweitenstarke Medienbasis.   
 

Doch Personal Branding ist kein Verkaufswerkzeug, sondern ein kreativer Prozess der personalen Markenprofilierung. Und zwar ein ziemlich intensiver!

Das Verführerische am Mainstream

Sobald etwas „der neue heiße Scheiß“ wird, stürzen sich viele darauf. Selbsternannte Experten genauso wie Menschen, die das für sich nutzen wollen. Die Experten für Personal Branding schießen geradezu wie Pilze aus dem Boden. Das lässt sich kaum vermeiden. So tickt der Markt eben. Allerdings fällt bei vielen Anbietern ein wichtiges Mehrwertmerkmal unter den Tisch: zu vermitteln, was das „Branding“ im Personal Branding eigentlich bedeutet. Hört man einigen Anbietern zu, geht es vor allem um die digitale Selbstvermarktung auf allen möglichen Online-Plattformen. Eben dort, wo große Communities unterwegs sind.
 

An der digitalen Selbstvermarktung ist zwar etwas dran, doch ist das der zweite Schritt vor dem ersten. Grundlegend und notwendig ist die Definition und Evaluierung der eigenen Personenmarke selbst.

Diese im Eins-zu-Eins-Coaching herauszufiltern, sollte jedem Selfmarketingprozess vorgeschaltet sein. Will man am Ende nicht in der Mee-too-Falle landen! Den personalen Markenkern zu definieren, unterscheidet das Personal Branding, wie ich es praktiziere, von Erfolgs-, Rhetorik- und Medienseminaren, in denen ich meine Kommunikation, meine Gestikualtion und mein Auftreten optimieren kann.

An der digitalen Selbstvermarktung ist zwar etwas dran, doch ist das der zweite Schritt vor dem ersten. Grundlegend und notwendig ist die Definition und Evaluierung der eigenen Personenmarke selbst.

Photo by Wassim Chouak on Unsplash

Erfolgstechniken plus Markenkernarbeit – die Personal Branding Methode

Doch Methoden der „Selbstdarstellung“ allein reichen nicht aus, um sich in einer multimedialen, kontextuellen Welt authentisch und aufmerksamkeitsstark zu präsentieren als auch zu verhalten.

Ich kombiniere das markenkerngestützte Coaching mit Erfolgs- und Motivationsmethoden. Mein Konzept basiert auf der Freilegung, Förderung und Führung personaspezifischer Merkmale und Werte in einem individuell erarbeiteten Markenkontext.
 

Markenkernwerte, Einwortwert, Positionierung, visionäres Ziel, Markenstory und weiteres beschreibt eine schillernde Persönlichkeit in wenigen Worten, reduziert als „Markenartikel“. Genauso wie es für die großen Marken dieser Welt seit Jahrzehnten geschieht. Wer bereits mit Marken zu tun hatte, weiß, dass an einer klaren Markenbeschreibung niemand vorbei kommt und alle kommunikativen Prozesse danach ausgerichtet werden.

Kann jeder eine Personal Brand werden? Ja!

Jeder? Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Doch macht es auch für alle Sinn? Für jeden, der in einem dialog- und kundenzentrierten Kontext oder auf einer Führungsebene tätig ist. Ebenso für Menschen, die als Coaches, Trainer und Unternehmensberater arbeiten, oder die ihre Karriere und ihr Business vorantreiben wollen. Überprüfen Sie einfach mal, ob Sie unter diese Definition fallen: Wenn Sie durch Ihre Persönlichkeit Produkte, Dienstleistungen oder Inhalte verkaufen wollen, dann ist Personal Branding für Sie eine gute Vermarktungsmethodik.

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Teilnehmer meiner Personal Branding Workshops und Einzeltrainings sind Unternehmer, Selbständige und Intrapreneure (in meinem Fall Angestellte von Unternehmen, z.B. Führungskräfte oder Menschen, die sich für ein bestimmtes unternehmensrelevantes Thema engagieren). CEOs, Bereichsleiter oder engagierte „normale“ Angestellte, die in Personal Branding die Chance sehen, ihr eigenes Profil zu schärfen und ihre Persönlichkeit zu stärken. In der Gruppe der Selbständigen sind u.a.  Coaches, Schauspieler, Musiker, Unternehmensberater.

Schön und gut, aber was bringt Personal Branding unterm Strich?

Eine ganze Menge. Personal Branding ist die perfekte Basis für individuelle Erfolgs- und Selfmarketingstrategie. Einer Selbstvermarktung, die nichts mit der Peinlichkeit von Selfies oder Selbstinszenierungen zu tun hat. Aus dem personalen Markenkern lässt sich analog zu SWOT-Analysen ein individuelles Stärken-Schwächen, Chancen-Risiken-Profil ableiten. Durch die klare Markenbeschreibung wird die Selbstvermarktung zu einenm persönlichen, individuellen und authentischen Akt. Im Auftreten, in der Entwicklung und Formulierung von steilen Thesen und Inhalten, in der Interaktion und Beziehung zu Kunden, geschäftspartnern, Trainingsteilnehmern u. ä. m. Die „Personamarke“ wird zu einem unverwechselbaren Erscheinungsbild, die sich entsprechend Ihren Werten verhält. Stets in dem Wissen, unverwechselbar zu sein. Aus dieser Haltung kann man selbst Maintreamthemen seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Es ist immer ein Unterschied, ob ich mir eine Methode aneigenen will, um Erfolg zu haben. Oder ob ich aus meinem individuellen Markenkern heraus meine Ideen und Ziele verfolge. 


Wer mit Personal Branding unterwegs ist, wirkt sich seiner selbst bewusst. Denn es gibt keine Rolle, die gespielt wird – alles ist echt. Das macht uns als Persönlichkeit sicher, einschätzbar, nahbar und sympathisch. Mit so einem Menschen macht man gerne Geschäfte!

Weg mit dem Bauchladen, her mit der Spezialisierung

Eine harte Nuss ist oft die Positionierung, die ich mit Persönlichkeiten erarbeite. Denn bei vielen hat es sich eingeschliffen, dass sie in ihrem Fachbereich irgendwie alles können. Das ist von der Angst getrieben, dass man erst gar nicht angefragt wird, wenn man eine bestimmte Leistung nicht aufführt.


Ich komme aus dem Marketing und war selbst lange Zeit als eierlegende Wollmilchsau unterwegs: Konzepte, Texte, Content Marketing, bloggen, Social Media, Videos, Moderationen, Workshops, alles kein Problem. Ist es auch nicht – habe ich drauf (mache ich ja auch schon seit 30 Jahren). Die Folge war, dass ich in keine Kundenschublade passte. Für die einen war ich der Texter, für die anderen der Marketingberater, für die nächsten habe ich nur Videos oder Workshops gemacht. Es gab kaum einen breiteren Leistungsabruf, obwohl ich bei allen die Platte mit „ich kann mehr“ aufgelegt habe.

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Seit ich mein Thema mit Personal Branding gefunden habe, kann der Kunde mich als Marke sehr viel besser und differenzierter einordnen. Jetzt ist die „Schublade“ klar definiert und die Kunden haben eine Vorstellung. Findet übrigens auch Google – gerade heuer wurde ich vergleichsweise häufig gegoogelt und kam zu Jobs oder Medienecho. Das war mit meinem Bauchladen nie der Fall. Also erarbeite ich mit meinen Kunden eine spitze Positionierung, die neugierig auf mehr macht. 
 

Seit ich mein Thema mit Personal Branding gefunden habe, kann der Kunde mich als Marke sehr viel besser und differenzierter einordnen.

Nach der Markenerarbeitung ist vor der Selbstvermarktung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Beschreibung der Personenmarke und das Umsetzen auf relevanten Online-Plattformen ist kein Personal Branding. Der Brandingprozess entsteht im Laufe der Zeit. Je mehr Kontakt Ihre Zielgruppe mit Ihnen (via Blogs, Vorträgen, Workshops, Postings, Videos, PR …) bekommen, desto klarer formt sich ein Bild von Ihnen in deren Köpfen. Also von Ihrer Personenmarke mit allen Facetten und Angeboten. Da ist kontinuierliche Markenpflege – wie bei Markenartikeln im übrigen auch – gefordert. Das Kreative daran ist, sie können sich immer wieder selbst relaunchen. Personale Transformation funktioniert auch auf der Ebene des Persoanl Branding. Für Marken mit einem klaren, uniquen Positioning ist das einfach selbstverständlich.


Relevante Inhalte in der Kommunikation sorgen für Aufmerksamkeit. Selfies, Bilder von tollen Autos, schicken Büros, exotischen Orten oder teurem Essen sind fehl am Platz. Ihr Thema muss lanciert werden. Dazu braucht es eine gute Redaktion, die richtige Zielgruppenvorstellung und zielgruppenrelevante Kommunikationskanäle (denn Sie müssen kommunikativ dort präsent sein, wo sich Ihre Kunden informieren).


Evaluieren Sie ihren personalen Markenkern. Starten Sie dann Ihre Contentstrategie. Posten Sie, schreiben Sie, machen Sie Videos oder Podcasts, engagieren Sie sich auf Veranstaltungen, vernetzen Sie sich. Mehrmals pro Woche übers ganze Jahr hinweg. Sie werden sehen, nach einiger Zeit schleift sich Ihr Markenbild bei den Empfängern ein. Mit der Folge, dass Ihre Marke Reichweite erzielt und immer mehr gefragt ist.

Photo by Marius Ciocirlan on Unsplash

Marke sein, das will ich auch!

Schießt Ihnen gerade dieser Gedanke durch den Kopf? Dann überlegen Sie sich, wie Sie am besten zu Ihrer Personal Brand kommen. Suchen Sie sich Experten, die Ihnen liegen und folgen ihnen auf LinkedIn oder/und XING oder anderen Plattformen. So bekommen Sie eine Menge Input. Lesen Sie Blogs über Personal Branding. Oder vereinbaren Sie gerne mit mir einen individuellen Consulting-Termin.

Erstveröffentlichung dieses Artikels

Dieser Artikel entstand als Gastartikel auf dem Blog eines ausgezeichneten Marketingstrategen und Texter, dem geschätzen Klaus Jopp. Er regte zu diesem Thema an und redigierte ihn zu dem vorhandenen Ergebnis. Klaus war vor wenigen Jahren selbst Kunde von Personal Brands und hat den Markenprozess an der eigenen Persönlichkeit erlebt.

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