Echte Personenmarken als Politiker

23. August 2015

Hand auf’s Herz – was entscheidet eine politische Wahl? Meist weder die Partei noch das Parteiprogramm, sondern die Persönlichkeiten der Politiker. Und, mal ganz ehrlich, da mag man sich fragen … welche Persönlichkeiten eigentlich?

Ich verfolge die Politik schon seit einigen Jahrzehnten und habe noch die alten Haudegen in Action erlebt: Brandt, Wehner, Strauß, Kohl, Geissler & Co.

 

Politiker sind nicht mehr authentisch

Der größte Unterschied für mich (als mäßig politisch interessierten Bürger) sind tatsächlich die Typen. Früher wurde doch mit harten (verbalen) Bandagen politische Diskussionen geführt. Da gab es echte Emotionen, es wurde gestritten, sich wieder vertragen und vor allem sah man kantige Persönlichkeiten.

Nun mal ehrlich – wo gibt es noch eine Politikerpersönlichkeit, die authentisch wirkt und nicht „windschlüpfrig“, diplomatisch und politically correct auftritt?

Selbst bei echten Beschimpfungen zeigen sie kaum eine Reaktion. Das habe ich erst bei Andreas Scheuer beobachtet, als Till Schweiger ihn mit „Sie gehen mir auf den Sack“ angriff (etwa bei 7:16). Ehrlich wäre es gewesen, wenn sich Scheuer zumindest diese Ausdrucksweise verbeten hätte und auch (wenigstens ein klein wenig) emotional geworden wäre. Aber es perlte regelrecht an ihm ab und er versuchte als Konterschlag den Schauspieler mit seinem Engagement für Flüchtlinge vorzuführen (was nicht gelang)

Bemerkenswert in dieser Hinsicht finde ich, dass sich Schauspieler sehr wohl (in der Öffentlichkeit) ihre eigene persönliche DNA bewahrt haben (wie eben Till Schweiger) und sie teilweise extrem vor sich tragen. Möglich, dass man von Künstlern das eher erwartet. Aber auch sie werden „gewählt“, nämlich vom Publikum. Denn wen man nicht mag, den will man auch in keinem Film sehen.

 

Wie kann Personal Branding helfen?

Ich könnte mir vorstellen, dass Persönlichkeiten, die auch im politischen Tagesgeschäft mehr bei sich bleiben und mit ihrer Person Markenbotschafter ihrer Partei sind, ehrlicher und offener wirken. Klingt logisch, aber ich vermute, dass trotz aller Medienschulungen, Rethorikschulungen und einstudierten politischen Sprachregelungen die authentische Persönlichkeit der Politiker abgeschliffen wird oder gar ganz verloren geht. Ich jedenfalls beobachte das seit Jahren.

Wenn es ein Politiker früh versteht, im Rahmen seiner Markenwerte (also seiner „Persönlichkeits-DNA“) zu kommunizieren, dann bleibt er authentisch. Denn bei Personal Branding geht es in erster Linie um die Persönlichkeit und um seine Themen. Genau in der Reihenfolge.

Deshalb empfehle ich allen Politikern – denken Sie mal darüber nach, was Ihnen in jungen Jahren an der Politik begeistert hat und warum Sie heute noch dabei seid. Und versuchen Sie ehrlich, eine kleine persönliche Bilanz zu ziehen im Sinne von: wieviel meiner echten Persönlichkeit wage ich noch zu zeigen?




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